Das Ende einer Odyssee

Afrika, Südamerika, Wetterau, Obertshausen: Markus Büchele hat schon an vielen Orten in der Welt gearbeitet. Jetzt will er an einem bleiben – als stellvertretender Leiter der GKS. Seine Karriere startete der Pädagoge allerdings eher untypisch.

Offenbach Post vom 24.06.2014
Von Michael Prochnow

Obertshausen - Wer einmal den Weißwurst-Äquator überwunden hat, den halten keine Grenzen mehr auf. Dr. Markus Büchele ist so einer. Mittlerweile quert der Schwabe den Main sogar täglich. Das liegt an seinem neuen Arbeitsplatz, der sich im Herzen von Obertshausen befindet, während Friedberg sein Zuhause bleibt. Büchele folgt Dirk Ruber, der nun Direktor der Georg-Kerschensteiner-Schule ist, als stellvertretender Leiter einer der größten beruflichen Bildungsstandorte in Hessen.

Die Odyssee des Markus Büchele führte von Günzburg auf der bayerischen Seite des Schwabenlandes bis in die Tiefen der Wetterau, von Norden in den Süden Europas, von Afrika bis Südamerika, und folgte doch immer einem roten Faden. Den legte der Vater - ebenfalls Lehrer. Er wandelte mit seiner Familie auf den Spuren der großen Entdecker und arbeitete im Auslandsschuldienst in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Lange hielt es ihn dort aber nicht, das Heimweh hatte den Pädagogen gepackt, plaudert der Sohnemann aus. Der hingegen hatte Blut geleckt und sollte künftig häufiger die Koffer packen.

 

Das Abitur legter er am St.-Thomas-Gymnasium in Wettenhausen ab, im Schatten einer Abtei von Dominikanerinnen, was seine Wurzeln im katholischen Glauben stärkte. Die wären ihm beinahe zum Hindernis geworden, als er im protestantischen Teil Nordirlands jobbte. Büchele nutzte schon während der Schulzeit familiäre Bande, um vielerorts Erfahrungen in kaufmännischen Berufen zu sammeln, darunter im spanischen Katalonien. Geblieben sind dem Sprachtalent ein hartnäckiger irischer Zungenschlag sowie Katalanisch, das der Absolvent des Großen Latinums nach eigenen Angaben "fließend und akzentfrei" beherrscht. Nach dem Wehrdienst nahm Büchele ein Philosophie-Studium an der Uni Augsburg auf, erkannte nach zwei Jahren aber sein Interesse am Lehren und wechselte an die Hochschule Erlangen-Nürnberg, um künftig Wirtschaft und Englisch unterrichten zu können.

Der Wechsel brachte Ihm einen weiteren Gewinn: Er lernte seine spätere Frau kennen. Trotzdem - oder deswegen - errang er das Diplom, mehr noch, im Köln promovierte er zum "Dr. phil.", und das mit "magna cum laude", mit "großem Lob". Und wie startet man seine Karriere mit einem solchen Lebenslauf? Als Hausmann! Seine Ehefrau sollte als Betriebswirtschafterin Berufserfahrung sammeln, also blieb er nach der Geburt der Tochter daheim.

Und wie das Leben so spielt, lief ihm mitten in der Elternzeit und in der neuen Heimat Friedberg ein Kommilitone über den Weg und holte ihn an die Kaufmännische Schule in Bad Nauheim. Kaum verbeamtet auf Lebenszeit lockte eine Abordnung den Oberstudienrat ins Kultusministerium. Dort arbeitete er sich in Lehrerstellen-Berechnung und –Zuweisung ein. Für Markus Büchele gilt der Exkurs als „Blick über den Tellerrand“. Nach diversen Fortbildungen kam er zu der Erkenntnis: „Abteilungsleiter kann ich auch!“

An die GKS zog den Vater von inzwischen 16 und 13 Jahre alten Kindern die „tolle Homepage“. Der Internetauftritt dokumentiere, dass an der Schule eine offene Atmosphäre und Transparenz herrschten, dass nicht nur Bildung sondern auch Erziehung gefragt sei, und: „Die meinen das ehrlich.“