Wir sind auf einem guten Weg

Dirk Ruber zum Oberstudiendirektor berufen und offiziell zum Leiter der Georg-Kerschensteiner-Schule ernannt

Offenbach Post vom 27.09.2013

 

Obertshausen - Er ist gelernter Friseur, Visagist und Autonarr - vielleicht, weil er in einem geboren wurde. Der sonnige Frühherbst zieht den trainierten Boxer aber auf seine Suzuki GSX 1300. Und so mancher Schüler und auch die eine oder andere Schülerin kommen beim Passieren des pechschwarzen Geschosses am Unterstand ins Schwärmen – vielleicht auch für den Fahrer des heißen Ofens, ihren Schulleiter. Wenn Dirk Ruber am kommenden Dienstag seine Maschine vor der Georg-Kerschensteiner-Schule abstellt, trägt er neben seinem Integralhelm ganz offiziell auch diesen Titel.

Von Michael Prochnow (OP)

 

Der Leitende Schulamtsdirektor Reinhard Jenkner vom Staatlichen Schulamt Offenbach berief den kommissarischen Chef der Beruflichen Schulen per Urkunde zum Studiendirektor. Ruber selbst überreichte bei der Feierstunde im Konferenzzimmer ein weiteres Zertifikat aus dem Kultusministerium an Andrea Dörnemann. Sie wurde zur Abteilungsleiterin für die zweijährige Höhere Berufsfachschule ernannt, Fachrichtung Fremdsprachensekretariat und Bürowirtschaft.

Oft im Waldstadion und im Fernsehen zu sehen

Diesen Zweig hat die Frankfurterin aus Oberrad quasi mit aufgebaut. Jährlich veranstaltet sie einen Assistententag, der die Schüler mit dem Alltag in ihren angestrebten Berufen konfrontiert. Die Wirtschaftspädagogin studierte in ihrer Heimatstadt, absolvierte ihr Referendariat in Hanau und kam 1988 an die „Kerschensteiner“.

Vor rund zwei Jahren begann sie, Kurse zu besuchen, war sich noch nicht sicher, doch viele Kollegen bestärkten sie. „Genau das, was du mitbringst, brauchen wir“, ermutigte Ruber sie. „Kompetenz und die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen, zu überzeugen, das macht deine Arbeit erfolgreich“. Andrea Dörnemann wurde zur Studiendirektorin ernannt. „Jetzt macht es Spaß, gemeinsam etwas zu machen, sich gegenseitig zu unterstützen“, erklärte sie.

Der Mittwoch war für die Diplom-Handelslehrerin, die auch im Gymnasium Englisch und Spanisch unterrichtet, ein besonders erfolgreicher Tag. Da stieg nämlich nicht nur sie auf, auch ihr Verein, Eintracht Frankfurt, gelangte in die nächste Runde des DFB-Pokals. Außer im Waldstadion sehen ihre Schüler sie zuweilen in diversen Fernseh-Quizshows, für die sie sich regelmäßig bewirbt.

Ziel ist ein funktionierendes System

„Ich fühle mich schon ein bisschen sentimental“, gab Ruber, Jahrgang 1965, zu. Als er 1994 an die Schule kam, hätten Kollegen ihn gefragt, „bist du Lehrer oder Sozialarbeiter“. Tatsächlich hatte sich der Gewerbelehrer mit Fachrichtung Deutsch in Obertshausen empfohlen, verhaltensauffällige, schwierige Schüler im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) zu übernehmen. Nach dem Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt und dem Referendariat in seiner Heimatstadt Dillenburg war er erst einmal arbeitslos, hielt sich mit dem Haare-Schneiden über Wasser. „Damals habe ich tausende Köpfe von außen bearbeitet, jetzt von innen.“

Der Leitende Schulamtsdirektor Reinhard Jenkner vom Staatlichen Schulamt Offenbach (Mitte) ernannte Dirk Ruber offiziell zum Leiter der Georg-Kerschensteiner-Schule. Andrea Dörnemann wurde zur Abteilungsleiterin für die zweijährige Höhere Handelsschule ernannt. Bild: Prochnow

Später übernahm er die Koordination für die BVJ-Klassen, „Training fürs eigenständige Agieren“, wie er heute sagt. Ruber wurde für vier Jahre ins Schulamt berufen, um sich auf den Job des stellvertretenden Schulleiters vorzubereiten. Nach der Versetzung seines Vorgängers Arnold Gündlings in den Ruhestand vor einem Jahr wurde der Nordhesse mit der Leitung der Schule betraut. „Es war sehr schön, denn es funktioniert“, blickt er positiv zurück. Warum er Schulleiter werden wollte? - „Ich mach’ immer gern das, was ich will“, antwortete er seiner Tochter.

Sein Ziel? „Ich wünsche mir zufriedene Menschen in einem funktionierenden System.“ Dann fügt er noch hinzu, „wir schaffen es“. Wenn’s nicht gelingt, sei der Weg schon sehr wichtig, und, „wir sind auf einem guten Weg!“. In seinen bevorstehenden 19 Berufsjahren will er noch viel bewegen.