Bewegende Eindrücke für alle

Heimatbote vom 01.08.2013

„Freunde für Freunde" veranstaltet Sportfest für Schüler mit Behinderungen

Obertshausen (pro) - Bereits zum neunten Mal stieg das Spiel- und Sportfest für Schüler mit Behinderungen aus Stadt und Kreis Offenbach, Etwa 350 waren mit ihren Lehrkräften und Betreuern ins Sportzentrum gekommen, nahezu alle aus den Förderschulen in der Region. Claudia Jäger, die Erste Beigeordnete des Kreises, dankte den Initiatoren, allen voran dem Sportkoordinator der Offenbacher Schulen Eduard Schneider. Der Obertshausener ermöglicht die einzigartige Aktion mit seinem Sponsorenkreis „Freunde für Freunde". Die Stadt stellt das Sportzentrum kostenlos zur Verfügung, die heimische Firma Mühle Verpackung kleidet die Helfer von der Georg-Kerschensteiner-Schule mit gelben T-Shirts ein.

Rund 250 Teenager der Klassen 11 und 12 waren wieder dabei, informierte der Koordinator des Fach-bereichs Sport an den Beruflichen Schulen Sven Voigt. Sie begleiteten jeweils eines der Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen oder leiteten eine der Stationen auf dem Gelände. Die Kinder sollten Kegel mit einem Pendelball umwerfen, Bälle in einen Korb zielen, Pfeile mit einer kleinen Armbrust abfeuern. Viele maßen sich auch in den leichtathletischen Disziplinen, der Lauf führte aber nur über 25 Meter, die Weiten beim Springen notierten die Helfer großzügig. Auf Steh-Fahrrädern kurvten die Teilnehmer um Pylonen, im Wahrnehmungszelt legten sie sich in ein Bad aus Bällen und genossen Seifenblasen oder Federn auf der Haut Die Gymnasiasten und Berufsfachschüler hatten zuvor einen Tag in den Förderschulen hospitiert, um ihre Schützlinge und deren Anforderungen kennen zu lernen. „Das ist gelebte Inklusion", sagte Voigt, bei dem sich noch 80 Schüler mehr für einen Job mit den hilfsbedürftigen Mädchen und Jungen gemeldet hatten. Die aktiven Jugendlichen engagierten sich auf dem Platz mit viel Herz und Einsatzfreude.

Viele waren schon im vergangenen Jahr dabei, der Job für Hot Dog, Cola und ein Dankeschön habe Tradition, analysierte Pädagoge Voigt. Auch Erster Stadtrat Hubert Gerhards, Peter Dinkel vom Sportkreis sowie der Leiter des Sportbüros Offenbach Jürgen Weil und Susanne Meißner vom Staatlichen Schulamt lobten die Idee. „Sport ist für Menschen mit Behinderungen ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, um Wege aus der Isolation zu finden", weiß Silvia Wagener von der Ehrenamtsförderung im Kreis Offenbach. Bei ihr liefen alle Fäden zusammen, sie plante die An- und Abfahrt der 70 Kleinbusse sowie die Auftritte von Tanzgruppen mit dem Gagnam Style und anderen Choreographien.