Endlich Schluss mit der Zettelwirtschaft

Offenbach Post vom 05.07.2013

Gegen Aktenstapel und Blätterchaos: GKS-Schüler stellen Videoclips aus dem Projekt „Büro ohne Papier" vor.

OBERTSHAUSEN ■ Meterhoch stapeln sich Rechnungen und andere Unterlagen, den Kollegen am Schreibtisch gegenüber sieht man nur, wenn man sich in abenteuerlichen Verrenkungen um den Papierberg herumwindet - Alltag in vielen deutschen Büros.

Doch der Ruf nach dem papierlosen Büro wird immer lauter, allein schon, um den hohen Papierverbrauch zu senken und damit die Umwelt zu entlasten. Im Projekt „Papierloses Büro" setzten sich die 19 Schüler der Klasse 11 BK-1 der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) mit diesem Thema auseinander. Eingeteilt in vier Gruppen drehten die angehenden Bürokaufleute mit ihren Smartphones kurze Videoclips, die sie anschließend selbst zusammenschnitten. Die fertigen Kurzfilme stellten sie Eltern, Ausbildern und Mitschülern vor. Eine Gruppe hatte mit technischen Problemen zu kämpfen, sie zeigte statt eines Films eine PowerPoint-Präsentation.

Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, der das Projekt gemeinsam mit Referendarin Sandra Konz betreute, zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden. „Jede Gruppe hat das Thema auf ihre Weise umgesetzt." Während einige die Situation am Arbeitsplatz früher und heute gegenüberstellten, befragten andere Offenbacher Passanten zu ihrer Meinung. Technische Unterstützung erhielten sie dabei vom Medienprojektzentrum Offener Kanal (MOK) Offenbach/ Frankfurt.

„Das Drehen hat richtig viel Spaß gemacht", findet Feyza Önder. „Es war nur anstrengend, manche Szenen 80 mal wiederholen zu müssen, wenn etwas nicht geklappt hat." Im Film ihrer Gruppe spielte sie die strenge Chefin, die Kritik an chaotischen Zuständen am Arbeitsplatz ihrer Mitarbeiterin übt. Statt Unterlagen digital auf dem Computer abzulegen, druckt sie alles aus, findet aber nichts mehr.

Das Fazit der Schüler ist deshalb eindeutig: Ein Büro, in dem weniger Papier verbraucht wird, weil weniger gedruckt wird, ist eine gute Sache. Ob die Idee umsetzbar ist, daran zweifeln die meisten allerdings. „Ganz ohne Papier geht es nicht, weil gewisse Dinge allein aus rechtlichen Gründen in ausgedruckter Form vorliegen müssen", weiß Schülerin Anja Arnoldt und rät, „wenn aber jeder nur noch das Nötigste druckt, sind wir schon einen großen Schritt weiter." ■ Ijö