Das Gesicht der Schule - Oberstudiendirektor Arnold Gündling ist bald kein Kerschensteiner mehr

Offenbach Post vom 21.06.2012

„Das Gesicht der Schule“

Von Karl-Heinz Otterbein

OBERTSHAUSEN - An der Georg-Kerschensteiner-Schule geht eine Ära zu Ende: Nach mehr als 36 Jahren an einer der größten Schulen in der Region, davon rund 15 Jahre als Schulleiter, geht Oberstudiendirektor Arnold Gündling am 1. August in die passive Phase der Altersteilzeit.

Gestern wurde der 62-jährige mit einer Feier in der Aula der Schule verabschiedet. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Die Stelle ist ausgeschrieben und soll möglichst rasch nach Beginn des neuen Schuljahrs besetzt werden. Ab dem 1. August wird Gündling zufolge zunächst der stellvertretende Schulleiter Dirk Gruber die GKS kommissarisch leiten.

Mit einem selbstgetexteten Lied zur Melodie „If I had a Hammer“ gestaltete der Lehrer- und Lehrerinnenchor der Georg-Kerschensteiner-Schule die Feier zur Verabschiedung des langjährigen Schulleiters Arnold Gündling (vorne) mit. Der erfreute künftige Ruheständler kam auf die Bühne und bedankte sich bei den Akteuren.

Egal wer Arnold Gündling als Schulleiter folgt, er (oder sie) wird es schwer haben, dessen Fußstapfen auszufüllen. Diesen Eindruck jedenfalls vermittelten alle Redner und Rednerinnen, die während der von Studiendirektorin Susanne Hausmann launig moderierten Feier in der Aula Gündlings Wirken an der Georg-Kerschensteiner-Schule würdigten, das am 2. Februar 1976 als Referendar begann und am 31. Juli dieses Jahres offiziell endet.

„Waren füreinander bestimmt“

In seiner Laudatio skizzierte der Leitende Schulamtsdirektor Reinhard Jenkner vom Staatlichen Schulamt Offenbach den beruflichen Lebensweg Gündlings, den dieser ausschließlich an der Kerschensteiner-Schule zurücklegte, wo er direkt nach dem Referendariat zum Studienrat zur Anstellung ernannt und 1983 zum Oberstudienrat befördert wurde. Die Beförderung zum Studiendirektor als ständiger Vertreter des Schulleiters folgte 1990, zehn Jahre später wurde er zum Oberstudiendirektor befördert. „Arnold Gündling und die Georg-Kerschensteiner-Schule waren füreinander bestimmt“, sagte Jenkner. „Er ist das Gesicht dieser Schule, Arnold Gündling kümmert sich.“

Viel Lob gab es für den 62-Jährigen auch von Landrat Oliver Quilling, der Gündling eine „Bilderbuch-Karriere“ bescheinigte, und von IHK-Geschäftsführer Friedrich Rixecker, der für IHK und Kreishandwerkskammer Gündlings gute Zusammenarbeit mit diesen Gremien hervorhob.

Frauenanteil in der Schulleitung

Auch Uwe Schneider, ein langjähriger Weggefährte Gündlings beim Gesamtverband der Lehrer an Beruflichen Schulen, fand nur lobende Worte für den ehemaligen passionierten Hobby-Schafzüchter und heutigen Streuobstwiesen- und Waldbauern, der „erfolgreich viele dicke Bretter gebohrt“ habe. Die Personalratsvorsitzende Doris Weiß und Martina Wenzel von der Schulleitung würdigten Gündling unter anderem als „Trendsetter“, in dessen Ägide der Frauenanteil in der Schulleitung von 12,5 Prozent auf 50 Prozent gestiegen sei.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten Dr. Volker Bellmann mit dem Vortrag zweier selbstkomponierter Klavierstücke, der Lehrer- und Lehrerinnenchor der GKS unter der Leitung von Andrea Dörnemann und Hans-Jürgen Chop und zum Ausklang Melanie DeMeo, die, von Werner Utmelleki am Keyboard begleitet, unter anderem „Time to say Goodbye“ sang. Viel Beifall gab es zuvor für den ehemaligen Deutschlehrer Kurt Kaiser für seinen Auftritt als „Faust in neuem Gewande.“