Den eigenen Weg finden

Zum zehnten Mal veranstaltete die GKS ihren Assistententag. Die Schüler bekamen Impulse, wie es nach der Schule weitergehen kann.

Offenbach Post vom 26.03.2015

Obertshausen. Fast wehmütig mahnt Mahdi Sommermeyer Schüler der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS): "Mit den Erfahrungen, die ich heute habe, würde ich alles in der Vergangenheit anders machen." Etwa im Deutschunterricht. Wie gern hätte der Vertriebsleiter bei einem Personaldienstleister die deutsche Rechtschreibung schon in seinen jungen Jahren richtig gelernt. Und auch Mathematik sei essentiell für den späteren Werdegang: "Eure Lehrer und Eltern wollen nur euer Bestes, vergesst das nicht."

Sommermeyer, gut gekleidet und sportlich gebaut, sieht kaum aus, als hätte er damals viele Gelegenheiten sausen lassen. Er spricht ruhig, klar, bedacht. Und dennoch bringt Sommermeyer in seinem Vortrag "Ideen zur beruflichen Orientierung" immer wieder eigene, private Erfahrungen ein, die von zu vielen verpassten Chancen erzählen. So wie damals, als er wie die meisten der versammelten Schüler bei solchen erstmal etwas langatmig anmutenden Vorträgen lieber mit den Kumpels in der letzten Reihe saß.

Ganz im Gegenteil dazu lauschten die zwölften Klassen der zweijährigen Höheren Berufsfachschule (HBFs) der Fachrichtungen Bürowirtschaft und Fremdsprachensekretariat sowie einige Schüler der elften Klasse den interessanten Vorträgen verschiedener Organisationen und Firmen beim zehnten Assistententag der Georg-Kerschensteiner-Schule.

Nach ihrem Abschluss im kommenden Sommer müssen sich die Schüler orientieren und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. "Für viele bedeutet dieser Tag heute eine Möglichkeit, nochmal abzuwägen: Will ich studieren oder doch  gleich arbeiten?", erklärt Abteilungsleiterin Andrea Dörnemann. Auch für die Schülerinnen Michelle Kotzorik und Michaela Trilling war der Tag eine wichtige Stütze: "Ich weiß noch gar nicht, was ich wirklich machen will", erklärt Trilling, während sich Kotzorik über Chancen für Auslandsaufenthalte informieren wollte.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist heute das Netzwerken. Angela Parker von EUMA Germany beispielsweise betonte, dass man durch Mitgliedschaften in Netzwerken viel in Kontakt treten und sich zugleich bei vielen Seminaren und Veranstaltungen weiterbilden könnte. Beim Vorstellungsgespräch zwischen Sisa Lema Lema von der Firma Secretrary Plus und Schüler Omid Hussaini konnten die Klassenkameraden live miterleben, wie sich Hussaini schlägt. Was könnte er besser machen? Was für Fragen werden gestellt?

Weitere Vorträge wie die richtige Business-Etikette von Manfred Gottwald, aber auch Präsentationen zu dem beliebten Programm "Work and Travel" oder ein EU-Auslandspraktikum im Rahmen von "Erasmus Plus" rundeten den Tag ab.

Was vom informativen Tag bleibt, sind keine Patentrezepte, sodern viele individuelle Eindrücke. Xavier Burkhardt beispielsweise möchte ein duales Studium in Fitnessökonomie beginnen. Für die 19-jährige Eleni Geka steht dagegen fest, dass sie statt einer Karriere als Fremdsprachenassistentin ein Marketingstudium vorzieht: "Als Griechin hat mir Spanisch keinen Spaß gemacht."

Ihre Ziele haben die Berufsschüler formuliert, die richtige Unterstützung hat ihnen der Assistententag gegeben - oder wie es Sommermeyer sagen würde: "Ihr müsst euren Weg selbst gehen und eure Entscheidungen selbst treffen."