Zeitzeugin zu Gast

Holocaust-Überlebende besucht die GKS

Offenbach Post vom 11.11.2014

 

OBERTSHAUSEN -Es dauerte 40 Jahre, bis Betty Bausch-Polak über ihre Erinnerungen sprechen konnte. Die 95-jährige hat den Holocaust überlebt. Mittlerweile erzählt die Jüdin, die in Amsterdam geboren wurde, ganz offen von ihren Erlebnissen, die sie und ihren Ehemann dazu zwangen, in den Untergrund abzutauchen.

Am morgigen Mittwoch, 12. November, besucht sie die Georg-Kerschensteiner-Schule. Ab 12 Uhr berichtet sie den Abschlussklassen des Beruflichen Gymnasiums, die sich im Geschichtsunterricht mit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus beschäftigten, und zwei Klassen der Zweijährigen Höheren Berufsfachschule von ihrem Leben und beantwortet die Fragen der Schüler. Außerdem liest sie aus dem Buch „Bewegtes Schweigen", das sie zusammen mit ihrer Schwester Lies Auerbach-Polak schrieb. Sie wurde aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen freigekauft und konnte nach Israel auswandern. Auch Betty Bausch-Polak lebt mittlerweile in der Nähe von Tel Aviv, ihr Bruder, ebenfalls KZ-Überlebender, in den USA. Ihre Eltern wurden ebenfalls ins KZ gebracht. Sie überlebten nicht.

Betty Bausch-Polak ist immer wieder an Schulen zu Gast. Die Niederländerin will Kinder und Jugendliche aufklären, will ihnen deutlich machen, welche Gefahren die Diskriminierung anderer Menschen mit sich bringen kann. • Ijö