Hotellerie ohne Grenzen ...

Berufsbezogene Praktika in Frankreich für angehende Hotelkaufleute mit Zusatzqualifikation Hotelmanagement

Das Warten hat ein Ende: Sechs Monate nach der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags zwischen der GKS Obertshausen und dem Lycée d’hôtellerie et de tourisme de Gascogne bei Bordeaux im Südwesten Frankreichs, konnten wir am 5. März 2017 unsere Koffer packen und in den Flieger einsteigen… Eine kleine Delegation begleitete Denise Freitag, angehende Hotelfachfrau im zweiten Ausbildungsjahr (Hotel Kempinski Gravenbruch), nach Frankreich, wo sie ihr vierwöchiges Praktikum im fünf-Sterne Grand Hotel de Bordeaux absolvieren würde.

Im Büro des Schulleiters, Herrn Sarrazin.

Nach einer erholsamen Nacht im zwei-Sterne Hotel De Guyenne, das eigenständig (!) von den Schülern unserer Partnerschule und ihren Lehrern betrieben wird, konnten wir im Büro des Schulleiters, Herrn Sarrazin, das Programm der zweitätigen Integrationszeit vor Beginn des Praktikums entdecken.

Die angehenden Konditoren backen die Nachspeisen für das heutige Abendessen Die angehenden Konditoren backen die Nachspeisen für das heutige Abendessen

Beim anschließenden Rundgang in der Schule konnten wir tolle Einblicke in das französische berufliche Schulsystem gewinnen: Anders als im deutschen dualen Ausbildungssystem erfolgt die französische Ausbildung in der Schule, die sowohl für die Theorie als auch für die Praxis verantwortlich ist. Deswegen betreibt unsere Partnerschule ein eigenes Hotel mit Restaurant, ein Übungsrestaurant sowie eine Brasserie.

Vorbesprechung vor dem Mittagsservice Vorbesprechung vor dem Mittagsservice

Simuliertes Verkaufsgespräch an der Bar Simuliertes Verkaufsgespräch an der Bar

Zubereitung des Abendmenüs Zubereitung des Abendmenüs

In den unterirdischen Weinkellern von Saint-Emilion In den unterirdischen Weinkellern von Saint-Emilion

In den unterirdischen Weinkellern von Saint-Emilion

Nach einem stärkenden Mittagessen in der Brasserie der Schule ging es nach Saint-Emilion, einer idyllischen, mittelalterlichen Kleinstadt, deren Weinbaugebiet im Jahr 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Dort waren nicht nur die Felsenkirche, deren Innenraum ganz aus dem Kalksteinfelsen herausgehauen wurde, sehr beeindruckend, sondern die kilometerlangen unterirdischen Gänge, die zur idealen Lagerung des renommierten Saint-Emilion-Rotwein verwendet werden.

Am zweiten Tag ließen wir uns vom regnerischen Wetter nicht entmutigen und konnten an der atlantischen Küste im Luxusbadeort Arcachon französische Spezialitäten kosten und frische Meeresluft atmen. Nachmittags folgte eine Führung (auf Deutsch!) in der Regionalhauptstadt Bordeaux durch zwei Tourismus-Schülerinnen, die im Mai dieses Jahres ein zweimonatiges Praktikum in Frankfurt absolvieren werden. Dort konnte Denise ihren Praktikumsbetrieb entdecken: Das luxuriöse Grand Hotel de Bordeaux (InterContinental).

Am letzten Abend vor dem Rückflug fand ein offizielles Abendessen im Restaurant der Schule mit Vertretern des Regionalrats der Region Nouvelle-Aquitaine, des Landes Hessen, der DAREIC sowie des deutschen Konsulats statt, bei dem wir leckere regionale Spezialitäten mit passendem Wein genießen durften.

Denises Fazit nach ihrer Berufserfahrung in Frankreich: „Für mich hat sich der Aufenthalt definitiv gelohnt. Ich hatte immer schon einige Vorstellungen, wie es sein würde, im Ausland zu arbeiten und sie wurden übertroffen. […] Einmal im Leben im Ausland zu arbeiten – das kann ich jedem empfehlen!“


Dieses ausbildungsbegleitende Praktikum wurde mit einem Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) finanziell unterstützt.

https://www.dfjw.org/stipendium-fuer-ein-ausbildungsbegleitendes-praktikum


Francois Julien