Kleider machen Eindruck

Georg-Kerschensteiner-Schüler lernen, wie der Schritt ins Arbeitsleben erfolgreich gelingt

Offenbach Post vom 03.04.2014

Von Sebastian Schwarz

OBERTSHAUSEN • Beim Wechsel von der Schule ins Berufsleben lauern unzählige Stolpersteine. Worauf Absolventen besonders achtgeben sollten, erfahren die angehenden Assistenten der Georg-Kerschensteiner-Schule beim sogenannten Assistententag.

„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance." Davon ist Sisa Lema Lema vom Frankfurter Zeitarbeitsunternehmen Secretary Plus überzeugt. In der vollbesetzten Aula der Kerschensteiner-Schule erklärt sie den Schülern, wie man beispielsweise bei Bewerbungsgesprächen von Anfang an überzeugt.

Viel Zeit bleibt dafür indes nicht. Denn bereits nach rund 50 Milisekunden hat sich unser Gegenüber seinen ersten Eindruck von uns gebildet. Dabei kommt es vor allem auf Kleidung, Körpersprache und Stimme an. Der Gesprächsinhalt spielt dagegen kaum eine Rolle. Sprich: „Die Kleidung ist entscheidend." Aber auch die Körpersprache sollte man nicht außer Acht lassen. „An den Haaren oder Ohrringen zupfen signalisiert" Unsicherheit", warnt die Expertin. Und ganz wichtig: „Dem Gesprächspartner immer in die Augen schauen, das ist ein Zeichen des Respekts."

Über das richtige Benehmen haben sich die Schüler auch selbst Gedanken macht. Wie es nicht geht, zeigt die Klasse 12HBF2-2 bei „Knigge TV". In selbstproduzierten Videos demonstrieren sie augenzwinkernd, wie man in bestimmten Situationen zielsicher ins Fettnäpfchen tritt. Für viel Gelächter sorgt die Anti-Anleitung fürs Bewerbungsgespräch. Die Lektion daraus: „Ich wohne um die Ecke" ist die falsche Antwort wenn der potentielle Arbeitgeber wissen will, warum man sich gerade bei ihm beworben hat. Die eigenen Kenntnisse in Sachen Etikette darf das Publikum anschließend bei einem Quiz unter Beweis stellen. „Wer streckt wem beim Vorstellungsgespräch die Hand entgegen ", lautet eine der Fragen.

In rund zwei Dutzend Sprachen begrüßten Kerschensteiner-Schülerinnen ihre Gäste.  • Foto: Schwarz

Und was kann man tun, wenn man noch gar keine Ahnung hat, wo man sich bewerben will? Rat weiß Mahdi Sommermeyer von der Personalagentur Rafi-Asghari. „Formulieren sie ihre Ziele - welche Branche, welches Unternehmen, welche Abteilung." Denn allein im Raum Frankfurt gebe es 400.000 Unternehmen. Seine Empfehlung: Ein schwarzes Buch, um die eigenen Gedanken niederzuschreiben. Damit lasse sich die Zahl der Wunscharbeitgeber rasch eingrenzen. Wenn man dann ein Bewerbungsgespräch habe, solle man sich mit dem „Wording" der Branche vertraut machen. Sprich, mit entsprechenden Fachbegriffen dem Personaler auf der anderen Seite des Schreibtischs das eigene Interesse demonstrieren.

Apropos Schreibtisch. Wohl jeder Büroarbeiter hat auf seinem eine Tastatur stehen. Optimal damit arbeiten können indes nicht alle, vielfach mangelt es an der Fertigkeit des Zehn-Finger-Schreibens. „Wenn, sie das können, haben sie Vorteile bei der Job-suche", glaubt Patrick Sahm vom Zentralverein für Bürowirtschaft (ZVB) in Obertshausen. Und demonstriert den Schülern sogleich, wie flott mit den richtigen Fähigkeiten selbst längere Texte von der Hand gehen. Bei mehr als 550 Anschlägen pro Minute liegt Sahms persönliche Bestmarke.