Behindertensportfest 2012

Von Schiller zu Kästner: Das Behindertensportfest 2012 der

Georg-Kerschensteiner-Schule


„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ (Friedrich von Schiller)
Lassen wir dieses Zitat kurz wirken und ignorieren dabei geflissentlich, dass der von Schiller intendierte Zusammenhang ein etwas anderer als der hier zu behandelnde ist.
Und doch: Es drängt sich angesichts der Bilder von fröhlich und vergnügt spielenden und sportelnden Schülerinnen und Schülern aus 5 Schulen für praktisch Bildbare des Offenbacher Kreises irgendwie auf, dass Friedrich Schiller so unrecht nicht hatte.
Die Friedrich-von-Bodelschwing-Schule aus Weiskirchen war mit 54 Schülerinnen und Schülern „am Start“, wie es wenig Schiller-like heute heißt, die Schule am Goldberg aus Heusenstamm stellte 63 Sportbegeisterte. Die Erich-Kästner-Schule wurde durch 35 Kinder und Jugendliche vertreten, die Janusz-Korczak-Schule aus Langen repräsentierte 76, die Fröbelschule aus Offenbach gar 78 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter insgesamt 62 Rollstuhlkinder.

Auch mit Gipsarm kann er noch helfen
Starke 115 Begleitpersonen gaben sich auf der Sportanlage an der Badstraße ein engagiertes und freudbetontes Stelldichein und sorgten im Verbund mit 215 Schülerinnen und Schülern der gastgebenden Georg-Kerschensteiner-Schule (Helfer-Highscore!) dafür, dass selbst ein 20minütiger Regenguss nicht zu Verdruss führte.
Im Gegenteil, an 13 Sportstationen wie u.a. einem Wahrnehmungs- oder einem Slalomparcours, einer Kletterstation oder auch einer Torwand wurden sportliche Herausforderungen angenommen und gemeistert, unterstützt von den GKS-Helfern, die Disziplinen wie Weitsprung, einen 25-m-Lauf oder Gummistiefel-Weitwurf zusammen mit den behinderten Schülerinnen und Schülern durchführten, dabei gegebenenfalls unterstützten und sich an deren imponierenden Leistungen erfreuten. Um Schiller zu ergänzen: Auch in der Ermöglichung des Spielens anderer kann der Mensch ganz bei sich selbst, ergo menschlich, sein und dementsprechend handeln.
Dass solch ein organisatorischer wie logistischer Kraftakt akribische und hingebungsvolle Vorarbeit erfordert, erklärt sich von selbst. Im Vorfeld wurden die Helfer und Helferinnen in die beteiligten Schulen eingeladen, um sich ein Bild von einem etwas anderen als dem von ihnen gewohnten Schulalltag zu machen und erste Kontakte zu knüpfen.
Sven Voigt, der Sportkoordinator der GKS und Organisator dieses Sportfestes, freute sich neben der Tatsache, dass die durch dieses ausgeübte soziale wie komplett freiwillige Engagement sicher um wertvolle Erfahrungen reicher gewordenen Helfer zuverlässig und tatkräftig mithalfen, auch über die gelungene kulinarische Versorgung und die Unterstützung seiner Kollegen und Kolleginnen, insbesondere Marion Eimuth und Marco Stark.
Rapp

Mit Schiller starten und mit Kästner schließen, dieser Bericht hat es in sich, aber erstens passt dieser Aphorismus immer, zweitens zur teilnehmenden namensgleichen Schule und drittens im Besonderen zu der Leistung aller Beteiligten, die für diese einmal mehr überaus gelungene Veranstaltung im Zeichen der Menschlichkeit und des Spielens verantwortlich zeichneten und ihren Beitrag geleistet haben:
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“