Fortbildung, die schmeckt!

Am 04. November 2011 nahmen 12 Kolleginnen und Kollegen an einer Fortbildung unter dem Titel „Esskultour Offenbach“ teil. Diese Führung wurde von einem Studenten der Offenbacher Hochschule für Gestaltung konzipiert und ist nun fester Bestandteil des Offenbacher Stadtmarketingkonzeptes.

Für uns als Gastronomielehrerinnen und –lehrer war es natürlich von besonderem Interesse an dieser Führung mit ihren zum Teil exotischen und ausgefallenen Lebensmitteln und Speisen teilzunehmen und Hintergrundwissen über ethnische und religiöse Regeln bei der Speisenzubereitung kennen zu lernen, um dies dann in vielfältiger Art und Weise im Unterricht einzubauen.

Als erste der zahlreichen Stationen fuhren wir mit dem Aufzug in das oberste Stockwerk des Rathauses. Von dort hat man einen guten Ausblick über die Stadt mit ihren verschiedenen kulturellen Vierteln.

Anschließend besuchten wir einen türkischen Feinkostladen und einen türkischen Supermarkt und erhielten Informationen über die Speiseregeln im Islam und „Helal“-Speisen. Nebenan befindet sich die türkische Cavus Großbäckerei. Der Familienbetrieb hat 60 Angestellte und beliefert die Hotellerie und Gastronomie im Rhein-Maingebiet mit Backwaren. Für uns als Lehrkräfte der Georg-Kerschensteiner-Schule mit ihrem hohen Migrationsanteil unter den Schülerinnen und Schülern war gerade dieser Besuch im türkischen „Kiez“ wichtig.
Insbesondere für die muslimischen Schülerinnen und Schüler ist es wertvoll zu erkennen, dass ihre Lehrkräfte zielgruppengerechten Unterricht anstreben und verwirklichen.
Ein Imbiss im indisch- ayurvedisches Lebensmittelmarkt „Suriashni“.verbunden mit Information über die vielfältigen Speiseregeln in Indien (Buddhisten, Hindus, Ayurveda) schloss sich an. Wir verkosteten dort Samosas, Pakoras und Chai Tee

Durch zahlreiche Fernsehsendungen bekannt ist mittlerweile die Käsefabrik „L’abbate“ im Hinterhof der Bieberer Straße 23. Sie ist Mitglied der Slowfood-Bewegung. Diese Bewegung ist eine weltweite Vereinigung von bewussten Genießern und mündigen Konsumenten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu halten. Die Firma „L’abbate“ stellt italienischen Frischkäsespezialitäten her: Mozzarella in verschiedenen Variationen, Ricotta, Scamorza. Für die Produktion wird ausschließlich frische Biomilch aus Hessen verwendet.

In einem italienischen Lebensmittelgeschäft konnten dann kalabrische Spezialitäten bewundert werden: Vor Ort produzierte Wurstwaren, wie Parmaschinken und Mortadella.
Ein Besuch bei einem marokkanischen Lebensmittelgeschäftes und Metzgerei brachte Informationen zum Thema Ziegen- und Schaffleisch sowie deren Innereien.
Abschluss der Führung war ein Gang über den Offenbacher Wochenmarkt sowie die Verkostung von süßem Apfelmost. Die GKS ist schließlich Mitglied der Hessischen Apfelweinroute und fördert damit Streuobstwiesen und die Herstellung sowie Vermarktung des hessischen Kultgetränkes.

Im Anschluss an die Stadtführung erhielten wir eine Betriebsbesichtigung in das Ausbildungs-Restaurant INA, ein Restaurant und Cateringbetrieb der „Initiative Arbeit“ des Erzbistums Mainz in der Luisenstraße. Dieser Maßnahmeträger bietet seit 2010 betriebliche Ausbildungsplätze für junge Menschen an, die über die Mainarbeit gefördert werden. Die GKS ist der duale Partner der INA. Derzeit besuchen 7 Auszubildende der INA die Georg-Kerschensteiner-Schule.


Susanne Hausmann