Siebenbürgen ist eine Reise wert – sogar im Winter!

Das Comenius-Schulprojekt „Healthful Flavours from Europe“ läuft im zweiten Jahr. Im Februar 2010 stand deshalb der Besuch in der Partnerschule TEREZIANUM (ehemalige Reitställe der Kaiserin Theresia) in Hermannstadt (rumänisch: Sibiu) auf dem Programm. Wie häufiger, wenn Orte in Osteuropa besucht werden sollen, hielt sich der Schülerandrang in Grenzen – aber diejenigen, die mitkamen, erleb-ten eine unvergessliche Woche!

Die Anreise erfolgte am Samstag per Lufthansa über München (wo wir wegen einer Verspätung per Minibus von Flugzeug zu Flugzeug gebracht wurden!) nach Hermannstadt. Die Kollegen holten uns mit dem kleinen Schulbus ab und brachten uns zum “Hotel Roberts“. Am Sonntag besuchten wir zuerst den ASTRA-Park (ähnlich dem Hessendorf) und nahmen an einer Führung über Mühlen teil.
Anschließend speisten wir fürstlich traditionell in der „Scheune“ des Hilton Hotels. Nach dem Dessert begrüßte uns der Restaurantchef freudig und führte uns auf Deutsch voller Stolz durch seine Küchen. Er arbeitete zuvor 11 Jahre im Marriot Frankfurt. Nachmittags besuchten wir auf eigene Faust per pedes die Altstadt von Hermannstadt, die 2007 europäische Kulturhauptstadt war. Besonders beeindruckt waren wir vom mittelalterlichen Stadtbild, den großen Plätzen und der orthodoxen Kathedrale. Im Laufe des Tages kamen die anderen Gruppen aus Catania/Sizilien, Omagh/Nordirland, und Thessaloni-ki/Griechenland (per Bus durch die Schneestürme) an und alle konnten gemeinsam das Abendessen einnehmen und miteinander warm werden. 


Ab Montag ging es dann richtig los: Nach der offiziellen Begrüßung in der Schule begann der erste Exkursionstag: Wir waren beeindruckt vom Lipizzaner-Gestüt „Sambata“, von einem wieder aufgebauten orthodoxen Kloster, vom Mittagessen in einer Forellenzucht und von einer Führung um und in der Zisterzienserabtei von Carta durch den Pfarrer (Siebenbürger Sachse mit deutscher Staatsbürgerschaft) inkl. den entsprechenden historischen Bezügen. Allein dafür hätte es sich gelohnt, nach Rumänien zu fahren.

Am Dienstag veranstalteten wir das „Große Kochen“ traditionell rumänischer Speisen. Zunächst wurden alle Teilnehmer im „Hotel Roberts“ über Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften informiert und mit Hilfe von Demonstrationen über das zu bereitende Mittagessen auf ihre Aufgaben vorbereitet. Zwei Drittel der Gruppe blieb im Hotel um die einzelnen Gänge zuzubereiten. Ein Drittel der Gruppe – meist Mädchen – fuhr in die Schule, um dort Hefegebäcke herzustellen. Dies bereitete allen viel Spaß. Während des Backprozesses besuchten wir die große Bibliothek und den Kiosk, der alle in der Schule hergestellten Lebensmittel auch an Außenstehende verkauft: Brot, Gebäck, Säfte, Joghurt und Käse.

Das gemeinsame Mittagsmahl mundete prächtig – auch wenn es für Menschen des 21. Jht. sicher zu kalorienreich war! Deshalb empfanden alle die anschließende offizielle Stadtführung als wohltuend. Beim Spazieren durch die Straßen und Gassen wurde uns lebhaft die Geschichte der letzten 1 000 Jahre vor Augen geführt und die besondere Stellung der deutschstämmigen Einwohner erläutert. Auch wenn derzeit nur noch 180 000 Siebenbürger Sachsen dort leben, ist ihr Einfluss riesig. Nicht von ungefähr heißt der erfolgreiche Bürgermeister Klaus Johannis.